Das Einzelgespräch im Kinder- und Jugendfußball
1. Wann führe ich ein Einzelgespräch?
Im Kinder- und Jugendbereich ist ein Einzelgespräch immer dann absolut unumgänglich, wenn das einzelne Kind verhaltensauffällig ist.
Hierzu gehören z.B. häufiges Fehlen beim Training, schlechte Spielleistungen, Probleme im Sozialverhalten oder mangelnde soziale Bindung zum Team. Bei diesen beispielhaften Auffälligkeiten sollte sofort das Einzelgespräch gesucht werden, sonst droht eventuell der Vereinsaustritt.
2. Bitte um ein Einzelgespräch
Wird die Bitte um ein Einzelgespräch vom Kind oder Jugendlichen an Dich herangetragen, solltest Du dieser Bitte sofort nachkommen. "Jetzt nicht" oder "später" sind Antworten, die eine ablehnende Haltung signalisieren. Jedes Kind muss wissen: Habe ich Probleme, dann ist mein Trainer jederzeit für mich da!
Suchst Du das Einzelgespräch, kündige dies nicht großartig an. Dies könnte das Kind unnötig verunsichern. Nutze eine gute Gelegenheit um mit einem Einzelgespräch zu beginnen. Bei größeren Problemen wird es sich nicht vermeiden lassen, eine Zeit zu vereinbaren.
3. Verlauf eines Einzelgesprächs
Spreche ruhig und, wenn möglich, in angenehmer Atmosphäre mit dem Kind. Du solltest in der Lage sein, Kritik anzunehmen!
Beginne immer (!) positiv. Baue das Kind auf, erinnere an gute Spielleistungen oder tolles Sozialverhalten. Das Kind wird es gerne aufnehmen oder sich sogar wundern, dass Dir solche Dinge aufgefallen sind.
Nach dem ersten Lächeln, solltest Du das Kind oder den Jugendlichen zum Reden bringen. Frage gezielt nach Mannschaftsproblemen oder, je nach sozialer Nähe, schulischen oder anderen privaten Schwierigkeiten. Grundsatz: Jetzt redet das Kind! Höre gut zu, aber unterbreche es nicht. Frage nach, aber treibe das Kind nicht in die Ecke. Baue Vertrauen auf, ohne aufdringlich zu wirken.
An dieser Stelle sollte das Problem, welches Du vielleicht mit dem Kind hast, bereits angesprochen sein (perfekt wäre vom Kind selbst).
Fordere das Kind auf eigene Lösungsvorschläge zu machen. Unterstütze das Kind dabei und findet gemeinsame Lösungen. Vorsichtig bei großen privaten Problemen. Fußballtrainer sind selten Kinderpsychologen. In ganz schwierigen Fällen solltest Du unbedingt versuchen, professionelle Hilfe zu organisieren. Eltern könnten Gespräche über häusliche Schwierigkeiten als Einmischung in die Familie verstehen.








